Hyperlink-Ticker - Archiv 2009 - 3. Quartal
20:10 - 12.08.09
Der Schäuble Plakat - Remix-Wettbewerb
von netzpolitik hat ja hohe Wellen geschlagen und fand sogar im ZDF Erwähnung. Es ist schön zu sehen dass "Netzpolitik" endlich in der Öffentlichkeit wahr genommen wird.
Weniger schön war, dass das ganze dann kurzzeitig offline war, weil sich die Fotografin ihrer Urheberrechte beraubt sah. Für sie spricht, dass sie nicht gleich mit einer Abmahnung reagierte, sondern freundlich per Email darauf hinwies. Laut taz sieht sie von einer Klage ab - wenn auch wenig einsichtig.
Udo Vetter ist wie viele andere der Meinung, dass hier keine Urheberrechte betroffen sind. Näheres dazu im lawblog:
Überdies gibt es viele gerichtliche Ansagen durch alle Instanzen, dass gerade die politische Auseinandersetzung besonders frei geführt werden muss, noch dazu in Wahlkampfzeiten. Die Remixe sind also nicht nur von der Kunst-, sondern auch von der Meinungsfreiheit geschützt.
So und jetzt gebe ich natürlich auch noch meinen Senf dazu:

Dem aufmerksamen Betrachter des
Originalwahlplakates ist eventuell aufgefallen, dass der gesamte Text in weißer Farbe gehalten ist. Farbliche Betonung findet ausschließlich das Wort Sicherheit. Auch wenn der Satz "Wir haben die Kraft für Sicherheit und Freiheit" uns etwas anderes sagen will, sind sie bei der Betonung ihrem Schwerpunkt treu geblieben: die Sicherheit zu Lasten der Freiheit. Wobei es in einer Demokratie unmöglich ist Sicherheit in der Form herzustellen, wie es Herr Schäuble und andere gerne wollen (
Die Demokratie zu Tode schützen).
14:25 - 07.08.09
Vorschlag: Neues Internet-Zensur-Schild

Das ganze versteht sich als Beta. Vielleicht hat ja jemand mit Talent Lust das richtig zu machen. Falls meine *.odg-Datei dabei hilft verschicke ich sie gern.
19:10 - 08.07.09
Online-Petition gegen Herstellungsverbot von "Killerspielen"
Und schon wieder geht der Petitionsserver in die Knie:
Aufgrund hoher Last auf den Servern ist das Petitionssystem vorübergehend nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Dieser Bitte schließe ich mich an:
Versucht es, bis es klappt!
Hier wurde ein weiteres mal ein Gesetz von anzugtragenden Kugelschreiberhaltern auf den Weg gebracht, denen es an Sachkompetenz nur so mangelt. "Gewaltverherrlichende" Medien sind bereits verboten. Das Gesetz ist nur ein weiterer Schritt in einen Zensurstaat.
17:50 - 08.07.09
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Door-to-door searches
Zu krass, wie weit wir mitlerweile in der EU schon sind. In Den Haag inspizieren Stadtmitarbeiter sämtliche Wohnunge diverser Viertel mit der Begründung, dass sie freundliche Viertel wollen. Wer sich weigert wird mit Hausdurchsuchung bedroht.
Krawalle - Polizist verliert die Fassung
Und schon wieder ein deutscher Polizist der Pressefreiheit einfach nicht kennen will. Dieses mal wohl ein Kameramann der Welt. Nicht nur ich frage mich, wie man gegen solche Polizisten eigentlich vorgehen kann.
Die Ureinwohner wehren sich
witzig zu lesender Artikel in der Taz über die Internet-Community.
13:00 - 07.07.09
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Chaos Computer Club veröffentlicht Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung
Nun hat ist auch der CCC dem Wunsch des BVerfG nachgekommen:
Fazit: Die Vorratsdatenspeicherung beendet die Freiheit, unbeobachtet und ungestört zu kommunizieren. Das Recht aller Menschen, Telekommunikationswege und Dienste im Internet
grundsätzlich unbeobachtet zu nutzen, muß jedoch selbstverständlich geschützt bleiben. Dies gilt vor allem unter der
heutigen Gegebenheit, daß sich viele Aspekte des Lebens
mehr und mehr in diese Bereiche verlagern.
Im Kern wird durch die Speicherung der Kommunikationsverbindungsdaten und der Standorte der Mobiltelefone eine
Verwendung von Ausforschungsmethoden in der Polizeiarbeit
möglich, die bisher nur im geheimdienstlichen und militärischen Bereich üblich sind. Durch die Ausforschung von Be-
ziehungsnetzwerken, Aufenthaltsorten und Abfolgen von
Kommunikation kann dabei ein nahezu vollständiges Profil
der Persönlichkeit eines Betroffenen erstellt und über die Zeit
fortentwickelt werden. Änderungen im Verhalten werden unmittelbar in den Verkehrsdaten sichtbar und automatisiert detektierbar.
Bei der Betrachtung der Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung darf jedoch nicht nur vom heutigen Stand der
Technik ausgegangen werden. Die rasche Fortentwicklung der
Technologien hat gravierende Auswirkungen auf die zukünftig
aus den Kommunikationsbegleitdaten extrahierbaren Informationen. Kritisch ist hier die Zunahme von Transaktionsdiensten, wie etwa Bezahldienste oder Gesundheitsmonitoring, die über Mobiltelefone abgewickelt werden. Es entstehen
direkt aus den Verkehrsdaten ersichtliche Informationen über
das Verhalten und Leben der Betroffenen, die bisher nicht zu
erlangen waren.
Die stark zunehmende Häufigkeit und Intensität insbesondere mobiler Kommunikation wird zu einem enormen Anwachsen der Verkehrsdaten führen. Es ist dadurch ein nochmaliger sprunghafter Anstieg der Telekommunikationsüberwachungsmaßnahmen zu erwarten, sollte die Vorratsdatenspeicherung Bestand haben.
Durch die Modernisierung der Funknetze wird zudem eine
erhebliche Verbesserung der Genauigkeit von Standortermittlungen möglich. Die mathematischen Methoden zur Informationsgewinnung aus den Verbindungs- und Standortdaten
verbessern sich dabei fortwährend. Durch die Erhebung derart sensibler Daten werden ausgefeilte Auswertungsmethoden
mit Hilfe einfach bedienbarer Softwarelösungen Einzug in den
Alltag von Ermittlungsbehörden und privaten Bespitzelungsfirmen halten.
Das Risiko, daß auf die Verbindungsdaten unberechtigt zugegriffen wird, ist dabei keinesfalls theoretisch. Die Datenskandale der letzten Jahre haben deutlich gemacht, daß auch und
gerade große Telekommunikationsunternehmen nicht in der
Lage sind, sensible Datenbestände vor Mißbrauch oder Verlust zu schützen.
Die Schnittstellen für den Zugriff auf die Verkehrsdaten
sind auf technischer Ebene auf einen möglichst einfachen,
vollautomatisierten Zugang optimiert. Es ist daher klar absehbar, daß seitens der Bedarfsträger eine breite Nutzung dieser Daten geplant und angestrebt wird. Die Auslegung der
Schnittstellen macht deutlich, daß eine Verwendung als standardmäßiges Ermittlungswerkzeug auch in geringfügigen Fällen geplant ist.
Die Gefahr von Datenmißbräuchen sowie die Möglichkeiten, Rückschlüsse auf intime Details, Aufenthaltsorte, Gewohnheiten und Vorlieben im Leben jedes einzelnen Bürgers
zu ziehen, stehen in keinem Verhältnis zu dem möglicherweise
im Einzelfall bestehenden Vorteil bei der Strafverfolgung. Die
Vorratsdatenspeicherung potenziert vielmehr die Risiken und
Überwachungsfolgen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Die Telekommunikationsunternehmen ohne konkreten Anlaß zu verpflichten, auf Vorrat alle Verbindungs- und Nutzungsdaten über den unmittelbaren Zweck der Abrechnung hinaus für die Verwendung gegen etwaige zukünftige
Verdächtige oder für geheimdienstliche Operationen zu speichern, muß daher unbedingt vermieden werden.
Quelle: Stellungnahme des CCC
ZDF löscht Umfrage zu Netzsperren ohne Kommentar
Ihre Begründung ist dabei gar nicht so einfach von der Hand zu weisen. Aber dass durch Twitter und Blogs innerhalb kürzester Zeit eventuell tatsächlich soviele Menschen mobilisiert werden könnten, will dem ZDF wohl nicht in den Sinn kommen...
12:55 - 06.07.09
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Das Parlament als Farce
Reden werden ungehalten zu Protokoll gegeben, Diskussion und Öffentlichkeit entfallen: So erledigt der Deutsche Bundestag Gesetze - und sich selbst
Und die Leute die trotzdem noch reden wollen tun das dann vor leeren Stühlen, so auch zu sehen in der sehr hörenswerten Rede von
Jörg Tauss bei der Debatte über Grundrechte am 3.7.2009.
Innenministerium - Das schizophrene Orakel
und noch ein lesenswerter Artikel der sueddeutschen:
Das Innenministerium schlägt Alarm, indem es von der Gefahr von Anschlägen spricht und warnt gleichzeitig vor der Alarmstimmung - die es mit seinen Äußerungen selbst erzeugt.
Neue Regeln erlauben Deutschen offensiveres Vorgehen
Deutschland hat jetzt ganz offiziell eine Angriffsarmee:
Folgender Satz wurde komplett gestrichen: "Die Anwendung tödlicher Gewalt ist verboten, solange nicht ein Angriff stattfindet oder unmittelbar bevorsteht."
Wir verteidigen jetzt also nicht mehr nur die Rohstoffe die uns schon gehören, sonder auch die die uns noch nicht gehören. Wie Volker Pispers mal so ähnlich und treffend formulierte.
Bundesregierung rechnet mit sozialen Unruhen
Ach was! Ja warum sonst auch sollte Schäuble, weitsichtig wie er ist, einen Überwachungsapparat aufbauen, der genau so etwas zu unterbinden versucht.
Und wie immer werden die Auswirkungen bekämpft und nicht die Ursachen. Ja ich rede mal wieder von der Humanwirtschaft.
Flashmob gegen Internetzensur
Witzige Idee in Dresden: Aktivisten rennen durch die Fußgängerzone und jagen sich. Die Jäger sind mit SPD und CDU beschriftet, die Gejagten mit diversen Grundrechten.
13:30 - 01.07.09
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Willkürlicher Polizeieinsatz
Der Beitrag ist jetzt schon zwei Jahre alt, aber wer noch weitere Negativbeispiele deutscher Polizeiarbeit lesen will...
Ich habe zu dem ersten gesagt, dass mir die Sache zuviel ist, dass ich nervlich am Ende bin, und dass ich total überfordert bin mit dem Ganzen. Da hat der Polizist gesagt: "Aus diesem Grunde machen wir das, damit die Leute von der ganzen Situation her überfordert sind und dann Sachen ausplaudern, die sie sonst nicht sagen würden."
Beängstigend
nette Satire:
Laut einer neuen Studie verklären immer mehr Westbürger die BRD-Vergangenheit.
Die Ideen der anderen
Lesenswerter Artikel im Tagesspiegel über das Copyright.
Ach und sucht mal...
...bei Google.de "Auf gut Glück!" nach "verräter partei" ;-)